Besuch bei Hoa Lan in Vietnam

Gruppenfoto mit Hoa Lan und ihrer FamilieSeit 3 ½ Jahren unterstützen wir unser Patenkind Hoa Lan und ihre Familie im Norden Vietnams. In dem regen Briefwechsel äußerte sie schon früh den Wunsch, wir mögen sie doch irgendwann mal besuchen kommen. Und auch bei uns verstärkte sich diese Idee: Einmal sehen, wie die Realität dort ist, schauen, was sich verändert hat und vor allem Hoa Lan von Angesicht zu Angesicht zu treffen. Inzwischen ist sie uns doch sehr ans Herz gewachsen. Im Mai 2003 war es dann soweit. Nach langen Vorbereitungen, einigen Telefonaten mit Plan in Hamburg, packten wir unsere Sachen und machten uns auf den langen Weg nach Hanoi.

Am verabredeten Besuchstag wurden wir früh um 7.00 Uhr im Hotel von „unserem“ Fahrer und einem Dolmetscher abgeholt. Obwohl das Projektgebiet nur 150 km von Hanoi entfernt liegt, dauerte die Fahrt knapp vier Stunden. Unterwegs stieg dann noch unsere Begleiterin von Plan Vietnam zu, die uns bei diesem Besuch begleitend zur Verfügung stand. Wir waren doch sehr aufgeregt, verständlicherweise. In Hoa Lans Heimatdorf besichtigten wir zuerst das Gemeindebüro und ließen uns von den ehrenamtlichen Mitarbeitern die bisher durchgeführten Projekte beschreiben! Mittlerweile sind die Haushalte an das Stromnetz angeschlossen, Latrinen wurden gebaut und Ernährungs- sowie Impfberatungen durchgeführt. Kurz danach hielten wir vor dem Haus der Familie. Alle Angehörigen und viele Freunde waren erschienen, um uns zu begrüßen. Als Hoa Lan dann gerufen wurde, kam sie ganz schüchtern mit einem Blumenstrauß auf uns zu und scheu begrüßten wir uns! Natürlich wollte keiner von uns etwas falsch machen. Wir wurden in das Haus der Familie gebeten und allen Familienangehörigen vorgestellt!

Viele Fragen wurden gestellt und beantwortet und unser Dolmetscher leistete Schwerstarbeit. Die Freude, uns endlich persönlich kennen zu lernen, war auf beiden Seiten riesig groß. Nach dem üppigen Mittagessen, zu dem wir eingeladen worden waren, und dem Verteilen unserer Mitbringsel, wurde uns das Haus gezeigt und ein Rundgang durch den Garten und über den Hof gemacht. Glücklicherweise hat die Familie einen Brunnen auf dem Hof und dank Plan auch eine Latrine.

Hoa Lan erhielt einen kleinen Schreibtisch mit Leselampe und ein Regal für ihre Bücher. So kann sie nun viel besser für die Schule lernen. Sie ist eine exzellente Schülerin und wir sind sehr stolz auf sie. Obwohl unser Patenkind so gut wie gar nicht sprach, sie war einfach viel zu schüchtern und zu aufgeregt, waren wir uns doch ganz nah. Wann immer sich die Gelegenheit bot, nahm sie mich ganz fest an die Hand und wollte auch gar nicht mehr loslassen. Leider verging die Zeit viel zu schnell und bevor wir uns auf den Rückweg nach Hanoi machten, statteten wir ihrer Schule noch einen Besuch ab. Hier konnten wir uns davon überzeugen, dass noch viel getan werden muss, um den Kindern ein optimales Lernen zu ermöglichen. Glücklicherweise befindet sich gerade eine neue Grundschule im Bau, die die alte Schule dann ersetzen soll, was dringend Not tut. Dann war es endgültig Zeit, Abschied zu nehmen. Noch einmal umarmten wir Hoa Lan mit dem Versprechen, bald noch einmal wiederzukommen.

Wir verbrachten noch weitere 14 Tage in Vietnam und obwohl es eine wunderschöne und spannende Zeit war, hatten wir den Höhepunkt der Reise mit dem Besuch bei unserem Patenkind schon erlebt. Wir denken täglich daran und sind immer noch überwältigt von der Gastfreundschaft und Wärme, die uns entgegengebracht wurde. Wir können gar nicht genug dafür danken. Und wie Hoa Lan uns vor kurzem geschrieben hat, ging ein Traum für sie in Erfüllung. Dem können wir uns nur anschließen.

 
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ueber_uns/hoa_lan.txt · Zuletzt geändert: 2008/08/18 21:32 von benni
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